Positives Denken

Da in der wissenschaftlichen Psychologie bislang keine Definition des Begriffs "Positives Denken" existiert, ist dieser als Oberbegriff zu verstehen, dessen relevanteste psychologische Teilaspekte folgende sind: Optimismus, Kontrollüberzeugungen, Selbstwirksamkeitserwartungen und positiv konnotierte Bewältigungsstile.

Optimismus

Optimismus kann verstanden werden als Einstellung und Gewohnheit, die Dinge zuversichtlich zu sehen und selbst in schwierigen Situationen mit einem positiven Ausgang zu rechnen.

Kontrollüberzeugungen

Kontrollüberzeugung ist die Gewissheit, Kontrolle über das eigene Leben zu haben.

Selbstwirksamkeitserwartungen

Hierbei geht man davon aus, selbst wirksam Einfluss auf ein Geschehen nehmen zu können und so seine Ziele zu erreichen.

Positiv assoziierte Bewältigungsstile

Lebensbewältigung, insbesondere die konstruktive Bewältigung von Krisen wird durch so genannte positiv assoziierte Bewältigungsformen wie positives Denken, Hoffnung und Humor entscheidend beeinflusst.
Optimisten zeichnen sich durch eine aktive Auseinandersetzung mit Problemen aus und versuchen, diesen eine Sinnhaftigkeit zu entnehmen und die positiven Gegebenheiten und Umstände der Situation zu nutzen.

Studien belegen, dass sich Hoffnung und Humor positiv auf die Bewältigung kritischer Lebensereignisse auswirken. Humor erwies sich im Umgang mit Schmerzen als hilfreich und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Hoffnung dient nicht nur der Vermeidung von Krankheiten, sondern hilft auch zu verhindern, dass Krankheiten chronisch werden.

Zahlreiche Studien berichten über positive Effekte von Optimismus sowie hoher Selbstwirksamkeitserwartung auf Leistung bzw. Erfolg in Schule, Beruf und Sport. Dieser Zusammenhang ist darauf zurückzuführen, dass optimistische Personen dazu tendieren, Erfolge ihren Fähigkeiten zuzuschreiben und für Misserfolge eher äußere Umstände verantwortlich machen.

Im Hinblick auf den Zusammenhang von Selbsteinschätzung und Leistung zeigte eine Studie, dass zu Beginn der Grundschulzeit reziproke (wechselseitige) Beziehungen bestanden: Das Selbstkonzept beeinflusste die nachfolgenden Leistungen und vorausgegangene Leistungen wirkten auf das Selbstkonzept zurück.

Bei Humor ist es wichtig, zwischen feindseligem Humor und Humor, der eingesetzt wird, um Situationen zu entschärfen oder abzumildern, zu unterscheiden. Nur letzterer stellt eine Form positiven Denkens dar, ersterer ist eine Form von Aggressivität.

 

 

Positives Denken und Immunsystem

Zahlreiche Untersuchungen belegen einen Zusammenhang von positivem Denken und einer guten Immunabwehr.                                                                                                                                       Melissa Rosenkranz und Kollegen (2003) haben diesen Zusammenhang unter neurobiologischem Blickwinkel näher untersucht.

zur Studie