Mitmenschliche Güte
Als mitmenschliche Güte können Verhaltensweisen bezeichnet werden, die selbstlos und unabhängig von Befindlichkeiten anderer sind.
Güte ist geprägt von Nächstenliebe. Hierbei stellt das gütige Handeln keinerlei Erwartungen an den anderen Menschen, etwa als Gegenleistung oder Belohnung.
Güte und ein gutes Leben
In drei bislang unveröffentlichten Studien von A.E. Auhagen wurde festgestellt, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen der Auffassung sind, „dass unsere Gesellschaft sich positiv verändern würde, wenn die Menschen gütiger wären und danach handeln würden“.
Eine weitere, amerikanische Studie zu der Frage „Was macht ein Leben gut?“ kam zu dem Ergebnis, dass dies für die Befragten neben einem „Lebenssinn“ vor allem „moralische Güte“ war. Gemäss der Resultate aus der Studie wirken sich empfundene Harmonie, Gesundheit, Sinnhaftigkeit des Lebens und alltäglich erlebte Güte positiv auf das subjektiv empfundene Lebensglück aus. Mitmenschliche Güte nahm dabei den zweitwichtigsten Platz ein: Wer angab, im Alltag häufiger Güte zu erfahren, fühlte sich auch glücklicher.
Gütige Handlungen und Nächstenliebe sind eng miteinander verknüpft. Bei Nächstenliebe, die sich ausnahmslos auf alle Menschen bezieht, spielen Merkmale wie Status, Ansehen oder Aussehen keine Rolle. Diese nehmen in unserer Gesellschaft bislang (leider) einen sehr grossen Stellenwert ein.
Nächstenliebe will das Wohl aller Menschen. Sie entbehrt jeglicher Form von psychischer und physischer Gewalt.
Schritte in die Praxis: Gewaltfreie Kommunikation
Einer Studie von Rosenberg (2002) zufolge lässt sich die "Gewaltfreie Kommunikation" im Alltag wie im Konfliktfall anwenden. Man kann lernen, sich angemessen auszudrückenund empathisch zuzuhören.
Lebensentfremdende Kommunikation, wie moralische Urteile oder Schuldzuweisungen, blockiert häufig unser Einfühlungsvermögen.
Vier Grundschritte der gewaltfreien Technik:
- Konkrete Handlungen andrerer ohne Bewertung beobachten
- Unsere eigenen Gefühle hierzu wahrnehmen
- Unsere Bedürfnisse kennen, die aus diesen Gefühlen entstehen
- Andere Menschen um eine konkrete Handlung bitten, von der wir glauben, dass sie zur Verbeserung unserer eigenen und der gemeinamen Lage beiträgt
